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Marie und ihre Besonderheiten

Dies ist Teil 5 von 5 der Serie "Marie".

Neulich habe ich mit einem Freund telefoniert, den ich länger nicht gesehen hatte. Er erzählte mir, dass er meine Artikel über Marie so gerne liest. Also will ich noch etwas über Marie schreiben.

Ich habe bis jetzt nicht viele Katzen näher kennen gelernt, aber anscheinend haben Katzen neben gemeinsamen Lieblingsspeisen (Thunfisch, Hühnchen) auch ganz besondere Vorlieben.
Beispielsweise wäre da unser früherer Kater Archimedes. Der klaute sich regelmäßig Champignons vom Tresen und aus dem Kühlschrank (den er aufmachen konnte).
Cindy hingegen liebte Süßes: Pudding, Schokolade oder Eis.
Marie mag Eis auch, aber es gibt etwas, für das sie sogar ihr gutes Bio-Thunfischfutter stehen läßt: Asiatisches Fastfood.
Der eine oder andere mag denken: „Klar, Hühnchen oder Schweinefleisch mögen Katzen“, aber meine Frau Sarah und ich ernähren uns hauptsächlich vegetarisch.
Wenn wir uns ab und an mal was beim Asiaten holen, dann steht Marie neben dem Tisch und kann sich kaum noch zurückhalten.

Als Marie relativ neu bei uns war, mochte sie es nicht, wenn man sie auf den Arm nahm. Dann wurde man innerhalb weniger Sekunden mit leichten Bissen eingedeckt und überredet, sie wieder auf den Boden zu lassen.
Inzwischen versteht sie sich so gut mit uns, dass wir sie mehrere Minuten auf dem Arm durch die Wohnung spazieren und dabei kraulen dürfen.
Dabei läßt mit immer lauter werdendem Schnurren ihre Körperspannung immer mehr nach, bis man sie wie ein schlappes Handtuch auf einen ihrer Lieblingsliegeplätze bettet.

Das sie sich sehr wohlfühlt kann man auch daran erkennen, dass sie ein richtig freches Selbstbewußtsein an den Tag legt.
Vor allem morgens, wenn wir uns noch im Tiefschlaf befinden (so gegen 6 Uhr), aber Marie schon der Meinung ist, dass das Frühstück serviert werden könnte. Dann beginnt ihr mehrstufiges Aufweckprogramm:

Stufe 1: Neben dem Bett in Kopfhöhe aufstellen und laut Mauzen
Sarah trägt Ohrstöpsel, da ich recht laut schnarche. Ich habe einen recht tiefen Schlaf. Daher ist Stufe 1 meistens wirkungslos.

Stufe 2: Milchtritte, Klammeraffe und ins Gesicht schnurren
Dabei bedient sich Marie einer sehr ungewöhnlichen Technik. Liege ich auf dem Rücken, so legt sie sich auf meinen Bauch, was ich von anderen mutigen Katzen auch schon kenne.
Liege ich jedoch seitlich auf einer Schulter, so legt Marie sich derart auf meine Schulter, dass ihr Bauch auf meinem oberen Arm liegt, aber ihre Beine an den Seiten runterbaumeln. Damit sie nicht seitlich wegrutscht, drückt sie seitlich mit ihren herunterhängenden Pfoten gegen meinen Rücken und Bauch.

Hört sich recht kompilziert an, sieht aber im Prinzip so aus, als hätte man einen Klammeraffen in Form einer Katze auf einer Schulter, während man auf der anderen Schulter schläft.
Das ganze wird mit Schnurren in Gesichtshöhe begleitet. Als hartgesottener Tiefschläfer schaffe ich es manchmal sogar das zu überschlafen.
 

Stufe 3: Kamikatze Attacke
Diese Attacke weckt wirklich jeden. Dabei sucht sich Marie eine höher gelegene Position, vorzugsweise Nachtschränkchen oder Kommode, und macht eine Punktlandung auf meinem Bauch, so das mir für einige Sekunden die Luft wegbleibt, und springt gleich weiter neben das Bett, wo sie mich mit großen Kulleraugen anschaut, frei nach dem Motto „War was?“.

Wenn man in einer der Überredungsstufen die Augen öffnet, wird man direkt und unmissverständlich angemauzt, worauf hin sich dann Marie, um es wirklich auch dem letzten Schlaftrunkenen klar zu machen, Richtung Futternapf stolziert. Manchmal gehe ich zuerst ins Bad, um meiner Morgendurft zu genügen, und muss feststellen, das Marie in der Zwischenzeit Sarah ebenfalls geweckt hat. Verzögerungen beim Frühstück werden halt nicht akzeptiert.

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