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K(r)ampf mit Office

Es ist zwar etwas länger her, dass ich meine Diplomarbeit schrieb, aber ein Artikel in the daily wtf über Performance fressende Officeanwendungen erinnerte mich an meinen Kampf mit verschiedenen Officeprodukten während dem Verfassen meiner Arbeit.
Nachträglich möchte ich hier meine Erfahrungen mit euch teilen.

Ich war lange Zeit Anhänger von dem Officeprodukt „Wort“, da es meiner Meinung nach sehr viele und nützliche Funktionen bietet. Ich hatte auch schon in Projekten Dokumente mit hunderten von Seiten damit erstellt, ohne große Probleme.

Doch nach Murphy’s Law passieren die schlimmsten Sachen genau dann, wenn man sie nicht erwartet und braucht.

Mein System war seit über einem Jahr nicht neu installiert und hatte bereits die eine oder andere Macke, aber was soll’s? Ich hatte nicht die Lust und Zeit um das dutzend Anwendungen, die ich für meine Arbeit brauchte und konfiguriert hatte, nun in tagelanger Arbeit neu zu installieren.

So geschah es mit Seite 40 meiner Diplomarbeit, als ich gerade einen neuen Abschnitt formuliert hatte.

Ich hatte einige dutzend Grafiken, Fußnoten und etliche Formatierungen in meinem Dokument. Und dann wollte ich es Speichern. Wort sagte: „Nein, das geht nicht. Der Ort, an dem du es Speichern willst, ist voll belegt.“ Hmm, das auf einer 10 GB Partition, die noch sage und schreibe 3 GB frei hatte. OK, dachte ich mir, vielleicht ist mein System ja inzwischen so marode, dass es Probleme hat, die richtige Kapazität zu ermitteln. Also einfach mal ein paar MB auf die Partition kopieren und löschen. Das klappte. Platte also noch nicht voll. Vielleicht mag Wort meine Partition nicht, dachte ich. Also Speichern auf einer anderen Partition, auf einer anderen Platte. Geht wieder nicht. Auf einerm USB-Stick? Nein. Auf einer Diskette? Nein. Keine Möglichkeit mein Dokument zu speichern, auch nicht als anderes Format oder und einem anderen Dateinamen. Nix.

Ärger, Schweiß. Die super gelungene Formulierung im letzten Abschnitt, die micht nur einige Stunden gekostet hat, einfach verwerfen und Wort neu starten?

Nein. Erst den Abschnitt sichern: Also schnell mal das Wort-Pad aufgemacht und den letzten Abschnitt reinkopiert. Bis auf einige Formatierungen kommt der Text an. OK. Im Pad speichern. OK.

Puh, Erleichterung.

Wort, ach was, ganzes System nochmal neu gestartet. Weiterarbeiten. Klappt, auch das Speichern.

Einen Tag später: Das gleiche Problem.

OK. Ich habe zuerst die Probleme auf mein instabiles System und vielleicht dem einen oder anderen Bug in Wort zugeschrieben. Einfachste Lösung erschien mir im Netz nachzuschauen. Ja, da berichten einige Leute ebenfalls darüber, das Wort sich gelegentlich einfach verabschiedet, aber nicht, dass es sich weigert zu speichern.

Apropos: Niemand beherrscht den Automatismus alle 3-4 Minuten STRG+S zu drücken wie ich. Das Wort sich gerne mal einfach so verabschiedet kenne ich schon.

Also, im Netz gibt es da ein Update für Wort, das ich noch nicht habe. Vielleicht löst es ja das Problem… Nicht wirklich. Und ein Upgrade der gesammten Office Version? Auch nicht.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich dutzende graue Haare dazubekommen. (Ja, man kann diese immernoch sehen…)
Ich war und bin mir nicht einmal sicher, ob es an Wort selber lag, oder mein marodes System daran schuld war, oder nicht doch die Hardware Probleme machte. Ich wußte nur, das Problem machte sich hauptsächlich in Wort bemerkbar.

Letzter Entschluß: Eine Alternative zu Wort muss her. Es gibt doch bestimmt irgendwo eine Alternative, die auch noch das Wort Format beherrscht und meine Formatierungen problemlos übernimmt.
Dazu sei angemerkt, dass ich in das Dokument jede Menge mathematische Formeln mit dem Formeleditor eingebaut hatte. Keine leichte Aufgabe.

Das erste Produkt, das mir ins Auge stach, aber genauso schnell wieder mein Gedächtnis verließ, war ein kleines Programm, ich glaube weniger als 10 MB, das Wort Dokumente lesen konnte.
Doch die Enttäuschung war groß, als ich sah, das 80% der komplexeren Formatierungen sowie 100% der Formeln darin nicht angezeigt wurden.

Ich schaute mir auch ein paar Tex editoren an, aber die waren einfach nicht funktionell genug. Und im puren LaTex wollte ich meine Arbeit auch nicht schreiben.

Und da erinnerte ich mich an eine Alternative: OpenOffice. Das hatte ich schon mal auf der Arbeit benutzen müssen, fand es sehr gewöhnungsbedürftig, da alles anders als bei Wort aussah.
Doch in der Not frißt der Teufel Fliegen. Also aktuelle Version installiert und ausprobiert.
Mein Dokument wurde geladen. Über 90% meiner Formatierungen und alle Formeln des Formeleditors wurden korrekt angezeigt. Oh mein Gott, dachte ich mir. Habe ich nun doch den heiligen Gral gefunden?

OpenOffice ist mir während der restlichen Diplomarbeit einige male abgestürzt, aber viel seltener als Wort, und hat es nie verweigert, ein Dokument abzuspeichern. In wenigen Tagen habe ich mich an die Funktionalitäten und die Bedienung von OpenOffice gewöhnen können, on-the-fly beim Arbeiten, und fand dabei sogar Funktionalitäten, die ich in Wort vermisst hatte.
Den Formeleditor von Wort konnte ich in OpenOffice zwar nur über Umwege benutzen, aber es ging. Es scheint, als könnte OpenOffice alle Add-Ons von Wort integrieren und hat zusäzlich aber auch seine eigene, LaTex ähnlichen, Formeleditor-Sprache.
Das einzige, was mir nicht wirklich gefiel, war, dass OpenOffice zum Speichern meines Dokuments länger brauchte als Wort. Etwa doppelt oder dreimal so lange. Das macht sich bei STRG+S mitten im Schreiben doch bemerkbar.

Aber was solls. Es lief und läuft weiterhin.
Da ich auf der Arbeit Wort habe, benutze ich es auch weiterhin. Und habe bis jetzt noch nicht soviele Probleme damit gehabt, wie ich es beim Schreiben meiner Arbeit hatte. Aber genau zu diesem Zeitpunkt rettete OpenOffice mich davor, einen Nervenzusammenbruch zu haben.

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2 Responses to “K(r)ampf mit Office” »»

  1. Comment by TestMaster | 13:17 13.10.06|X

    Hallo,

    tja ich werde nun auch Anfangen meine Diplarbeit zu schreiben.
    Ich werde auch w*** benutzen.

    Aber zu deinem Problem.
    Hmmm ich denke ich weià was da los war.

    Schau mal hier nach:
    http://www.borkoffice.de/html/speichergrosse.html

    Datei wird ungewöhnlich groÃ

    Dateien, die auch nach dem Löschen von Textteilen oder Grafiken gröÃer und nicht kleiner werden, sind mit aktivierter Schnellspeicherung geschrieben worden. Dann werden gelöschte Elemente nicht wirklich aus der Datei herausgenommen, sondern nur als „gelöscht“ gekennzeichnet. Sie verbleiben aber im Dokument und können auch wieder angezeigt werden.

    Deaktivieren Sie unter Extras / Optionen – Speichern die Schnellspeicherung. AnschlieÃend kopieren Sie den gesamten Text des Dokumentes in ein neues, leeres Dokument und speichern es dort ab.

    Ein zweiter Grund können Grafiken sein, die mit Kopieren-Einfügen aus einem anderen Programm übernommen wurden. Damit werden alle Informationen über das Ursprungsprogramm in Word abgelegt. Besser ist es immer, die Grafiken mit Einfügen / Grafik aus Datei in das Dokument zu bringen.

    Als dritter Grund ist die Einbettung von Schriften zu nennen. Sie können Schriften, die nicht auf anderen PCs zur Verfügung stehen, in das Dokument so einbetten, dass der Text auch dann noch gut zu lesen ist, wenn die Schrift dort gar nicht installiert ist. Auch diesen Befehl finden Sie unter Extras / Optionen – Speichern. Wenn dort die Option aktiviert ist, dass die TrueType-Schriften eingebettet werden sollen, aktivieren Sie unbedingt die darunter stehende Option „Nur verwendete Zeichen einbetten“.

    Also vielleicht lag es daran.
    Du hattest noch 3GB frei auf deiner platte.
    Hmmm aber er konnte nicht Speichern.
    Vielleicht wegen dem Problem da oben???

    Keine Ahnung:-))
    Jedenfalls habe ich nicht soooo viele Formeln:p

    GruÃ

  2. Comment by Secco | 10:53 20.10.06|X

    Ja, ich kenne diese Tips und Probleme. Aber keiner von denen beschreibt mein Problem, welches wohl für immer ein Mysterium bleiben wird…

    Ich werde auch w*** benutzen.

    Viel Glück. Ich hoffe mal, du wirst nicht den gleichen Problemen begegnen wie ich.

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