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Königlicher Rucola

Hierbei handelt es sich nicht um eine besondere Rucola-Sorte, oder eine Variante, die sich nur die reichen Königshäuser leisten können. Nein, vor kurzem ist mir ein sehr leckerer Rucola-Salat mit Topping gelungen, den ich meinen Lesern nicht vorenthalten wollte.

Salat schmeckt mir am Besten, wenn es mit einem Topping aus angebratenem Gemüse gibt. In diesem Fall war es eine Mischung aus Auberginen, Champignons, Sellerie und natürlich Knoblauch. Dazu angeröstete Kürbiskerne.
Die folgenden ungefähren Mengenangaben beziehen sich auf zwei Portionen.

Der König

Darf man dem Wikipedia-Artikel über Rucola glauben schenken, so ist Rucola eigentlich eine germanisch stämmige Pflanze, die erst durch die Römer in den Mittelmeerraum gelangte. In Deutschland geriet die Rauke, so der eigentliche Name, in Vergessenheit und wurde erst durch die Italiener wieder bekannt und beliebt. In Englisch heißt er übrigens Rocket Salad. Warum auch immer.
Was mich auch verwunderte: Aus den Samen einer der Varianten von Rucola wird Öl gewonnen. Da muss ich mir mal ein Fläschchen von besorgen…
 
Rocket Salad von hantastico

Die Krone
Hierzu wird eine halbe mittelgroße Aubergine in etwa zwei Zentimeter große Würfel geschnitten und in ein bis zwei Esslöffel erhitztem Olivenöl angebraten, bis sie Richtung dunkel werden (nicht schwarz!). Die brauchen immer etwas länger, bis sie Richtung dunkel angebraten sind. Und ruhig auch mal wieder einen Schuß Olivenöl in die Pfanne dazugeben, aber nicht zuviel, denn Auberginen saugen sich damit nämlich gerne voll.

Anschließend wird ein Stück (etwa so groß wie eine Checkkarte, einen halben Zentimeter dick) von einer Knollensellerie klein gehackt und zu den Auberginen dazu gegeben. Sellerie ist für mich ein idealer und wohlschmeckender Geschmacksverstärker und meine Geheimtipp-Zutat Nr. 1.
Nachdem die Sellerie ebenfalls angebräunt ist, kommen drei bis vier mittelgroße Champignons in Scheiben (nicht zu dünn!) dazu. Andere Pilze gehen natürlich auch, Pfifferlinge schmecken hier am intensivsten.
 

Würzung

Zusäzlich können auch frische (im Notfall auch getrocknete) Kräuter hinzu, wie etwas Rosmarin, Salbei, Basilikum oder Estragon. Aber nur wenig. Auch etwas Salz und Pfeffer kommt dazu. Und die Geheimtipp-Zutat Nr. 2: Vegeta. Vegeta ist eine kroatische Gewürzmischung der Firma Podravka mit u. a. Mononatriumglutamat (das Gute), Salz, Karotten, Pastinak, Zwiebeln, Sellerie, Petersilie und einiges mehr. Erhältlich u. a. in türkischen Supermärkten.
Mengen nach Geschmack abschmecken.
Sobald die Pilze ebenfalls angebräunt sind, eine Knoblauchzehe sehr klein gehackt oder gepresst dazu und das Ganze vom Herd nehmen, abkühlen lassen.
  vegeta
Vegeta von Podravka

Die Kronjuwelen

  In einer sauberen (Anti-Haft-) Pfanne ganz ohne Öl eine Hand voll Kürbiskerne anrösten, bis diese anfangen Risse zu bekommen. Das hört man am Knacken/Poppen.

Das gemeine Volk
Da ein Salat alleine nicht immer satt macht, gibt es dazu Tomate-Mozarella mit Basilikum und Olivenöl.

Vereinigung

Auf der einen Hälfte der großen Teller das Tomate-Mozarella anrichten, auf der anderen pro Teller etwa 62 Gramm (die Hälfte einer 125g Packung) gereinigten und von groben Strünken befreiten Rucola. Auf den Rucola das Topping verteilen, darüber die Kürbiskerne. Das ganze mit ein bischen gutem Olivenöl beträufeln.  

Geheimtipp-Zutat Nr. 3

Alles auf demselben Teller angerichtet wird das Ganze noch mit Aceto di Balsamico nach Modena-Art betäufelt. Doch Vorsicht: Keinen einfachen allerwelts Essig (auch keinen normalen Balsamico) drauf tun, die schmecken sehr sauer und nach Essig. Der „gewöhnliche“ Aceto Balsamico nach Modena-Art, der nicht aus Modena stammt, ist eine Mischung aus Weinessig und Traubenmostkonzentrat, der üblicherweise in Fässern gelagert wird. Er ist säurearm und schmeckt würzig und süß, so süß, dass man nicht an Essig denken muss, wenn man ihn isst. Natürlich gibt es auch hier Qualitätsunterschiede, vor allem, ähnlich wie bei Wein, in der Dauer der Fasslagerung und den Zutaten. Denn echter Aceto di Balsamico aus Modena wird nicht mit Traubenmost gemischt und angesüßt, sonder ist reiner Essig, der zwischen 12 und 25 Jahren im Fass lagert und kostet zwischen 50€ und 100€ pro 100 ml. Reine Essig Balsamicos, die ebenfalls sehr lange im Fass gereift sind, aber nicht aus Modena stammen, gibt es bereits für 3€ bis 10€ pro 100 ml. Die gewöhnliche Variante, die nur kurz gelagert wurden oder nur einen kleinen Anteil an echtem Modena Balsamico haben, gibt es beim Italiener oder in Diskountern. Ich nehme den CUCINA® Originale Italiana Aceto Balsamico di Modena von Aldi, der alle halbe Jahre wieder mal im Angebot ist.  
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