Dank eines Projekts im Ausland kam ich in den letzten Wochen recht häufig in den Genuß des Fliegens. Dabei ist der Flug selbst in den engen Sitzen nicht sonderlich bequem. Um so angenehmer sind die Eindücke, die man aus der Vogelperspektive genießen kann.
Fliegt man bei bewölktem Himmel, wie er in Deutschland dieser Tage häufiger vorkommt, über der Wolkendecke, so hat man einen unglaublich schönen Ausblick auf unendliche Weiten von schneewei�en Wolken, die selbst fluffiger erscheinen, als es Watte je könnte. Die Wolkenlandschaft erinnert auch stark an verschneite Weiten, jedoch ist die Oberfläche der Wolken , im Gegensatz zu einer Schneedecke, nicht sonderlich eben, sondern bietet eine reiche, dreidimensionale Oberflächenstruktur. An einigen Stellen ragen auch mal größere “Gebirge” an Wolken aus dem sonst flachen Wolkenmeer heraus. Dieser Ausblick bleibt wohl sogar den Vöglen vergönnt. Der besonders fluffige Eindruck liegt wohl auch daran, da� die Oberfläche der Wolken nicht so scharf von der Umgebung abgegegrenzt ist, wie es bei festen Stoffen der Fall wäre, sondern einen sanften und diffusen Übergang zwischen dem Wasser der Wolken und der darüber liegenden Luft bildet.
Genauso beeindruckend sind Flüge in der Nacht, bei denen man das Lichtermeer der Städte erkennen kann. Diese erwecken den Eindruck, als hätte eine Spinne ihre Netze nach dem Vorbild von Schneeflocken gewebt und mit unzähligen leuchtenden Perlen bestickt. Fraktale – chaotische aber dennoch regelmäßige, Muster zeichnen die Infrastruktur der Städte ab und entblö�en Strukturen, wie man sie auch an anderen Stellen in der Natur findet.

